Schülerforschungszentrum Prümer Land: Sonnenfinsternis am 12.08.2026
Es ist ein angenehm warmer Mittwochabend, als über 200 Menschen auf dem Bergkamm in westlicher Verlängerung des Kalvarienbergkraters in Prüm zusammenkommen. Sie alle sind einer Einladung des SFZ Prümer Land gefolgt und wollen nun teilhaben an dem Naturspektakel, das die so selten bei uns in Deutschland beobachtbare Sonnenfinsternis darstellt.
Mehr als ein Dutzend Helfer - darunter sogar die extra aus Neuerburg vom Staatlichen Eifel-Gymnasium angereiste Lehrerin, Frau Annika Schmitt, mit vier engagierten Schülerinnen und Schülern - finden sich um 18.00 Uhr am Kraterparkplatz auf dem Prümer Kalvarienberg ein. Das SFZ-Team ist zunächst etwas angespannt; schließlich können nur 50 Sofi-Brillen an die große Zahl an angemeldeten TeilnehmerInnen verteilt werden, denn nur ein Drittel der Bestellungen ist geliefert worden. Begleitet von Teammitgliedern des SFZ Prümer Land geht es gruppenweise auf den Bergkamm, wo die Sicht in Richtung Westen frei ist.
Zu Beginn erklären die Teammitglieder aus der Naturpark-Geschäftsstelle und dem SFZ-Team ihrer Gruppe, wie eine Sonnenfinsternis entsteht und warum Sonnenfinsternisse so selten in Deutschland beobachtbar sind. Es wird mit Globen, Taschenlampen und Knetkugeln (dem Modell-Mond) auf freiem Feld hantiert, mitgebrachte Bilder ergänzen die Erläuterungen. Schon bald zeigen die Kinder, die als erstes eine Sofi-Brille bekommen haben, aufgeregt auf die Sonne. Zwar kann man mit bloßem Auge noch keine Veränderungen erkennen, die Sonne scheint genauso hell wie immer. Mit der Sofi-Brille aber ist gut zu verfolgen, wie die Sonne sukzessive vom Mond verdeckt wird; von rechts schiebt er sich vor die Sonne.
In der folgenden Stunde hat jeder die Möglichkeit, den Verlauf der Sonnenfinsternis zu beobachten; die Sorge, die Sofi-Brillen würden nicht reichen, ist völlig unbegründet: Bereitwillig werden die Brillen weitergereicht. Eine Familie baut sogar ein eigenes Teleskop auf; damit ist ein besonders guter Blick auf die abgedunkelte Sonne möglich. Andere richten ihre Kameras - ausgestattet mit entsprechendem Schutz - auf Stativen in Richtung Sonne. Auch die Sensoren der Kameras reagieren wie die Netzhaut unserer Augen sehr empfindlich auf das helle Licht der Sonne.
Aus Neuerburg wurden daher selbst gebaute Lochkameras mitgebracht, um die Sofi auch ohne entsprechende Brille gefahrlos zu verfolgen. Mit digitalen Thermometern aus dem SFZ messen einige Kinder den Temperaturverlauf. Dabei kann ein wirklich starker Effekt festgestellt werden: Alle drei Minuten verringert sich die Temperatur um etwa 1 Grad Celsius. Die Abkühlung ist irgendwann auch spürbar, genauso, wie man auch ohne Brille die Verdunklung in der Umgebung wahrnehmen kann, vergleichbar mit einem verfrühten Sonnenuntergang, der die Landschaft in ein warmes Licht taucht.
Die Bilanz am Ende lässt auf einen Tag schließen, der allen positiv in Erinnerung bleiben wird. Oder wie ein kleiner Junge es seinen Eltern gegenüber formulierte: "Bei der nächsten Sonnenfinsternis kommen wir wieder hierhin!"
Judith Wehse - Team des SFZ Prümer Land


